Publikations-Ticker

13/01/2023
234 Waschbären (Procyon lotor) aus Deutschland wurden in dieser Studie hinsichtlich ihrer Parasitenfauna untersucht, wobei erstmals eine sehr diverse Anzahl an Parasitenspezies festgestellt werden konnte. Insgesamt 23 Arten wurden identifiziert, von denen 5 Arten humanpathogen und 14 Arten als neu für den Waschbären in Europa beschrieben werden. Dabei war der Waschbärspulwurm Baylisascaris procyonis der häufigste Parasit mit einer Prävalenz von fast 95%. Im Hinblick auf die weitere Ausbreitung des Waschbären wird davon ausgegangen, dass zukünftig weitere parasitäre Erkrankungen beim Menschen sowie bei Wild-, Haus- und Nutztieren zu erwarten sind.

Peter, N., Dörge, D.D., Cunze, S., Schantz, A.V., Skaljic, A., Rueckert, S., Klimpel, S., 2023. Raccoons contraband – The metazoan parasite fauna of free-ranging raccoons in central Europe. International Journal for Parasitology: Parasites and Wildlife 20, 79–88. https://doi.org/10.1016/j.ijppaw.2023.01.003
19/11/2022
In der vorliegenden Studie wurden Proben von Waschbären (Procyon lotor) und Marderhunden (Nyctereutes procyonoides) auf das Vorhandensein von SARS-CoV-2 und WNV-Infektionen untersucht. Anhand der molekularbiologischen und serologischen Daten konnte ein Befall dieser beiden Wildtierarten nachgewiesen werden. Bei künftigen Untersuchungen müssen diese invasiven Raubtierpopulationen im Auge behalten werden, zumal der enge Kontakt dieser Tiere mit dem Menschen, vor allem in städtischen Gebieten, die Übertragung von Tier auf den Menschen zu einer Herausforderung für die menschliche Gesundheit machen würde.

Keller M, Peter N, Holicki CM, Schantz AV, Ziegler U, Eiden M, Dörge DD, Vilcinskas A., Groschup MH, Klimpel S (2022) SARS-CoV-2 and West Nile Virus Prevalence Studies in Raccoons and Raccoon Dogs from Germany. Viruses 14 (11):2559 https://doi.org/10.3390/v14112559
25/07/2022
In den letzten Jahrzehnten wurde eine rasche Ausbreitung des Goldschakals (Canis aureus) nach Nord- und Westeuropa beobachtet. Um das Ausbreitungspotenzial aufzeigen zu können projizierten die Autoren in einem Nischenmodellierungsansatz (Ensemble forecasting) die zukünftige klimatische Lebensraumeignung des Goldschakals in Europa. Die Ergebnisse der Studie zeigen eindeutig, dass sich Gebiete mit klimatischen Bedingungen, die denen des derzeitigen Kernverbreitungsgebiets des Goldschakals in Europa entsprechen, in den kommenden Jahrzehnten stark nach Norden und Westen ausdehnen werden.

Cunze S & Klimpel S (2022) From the Balkan towards Western Europe: Range expansion oft he golden jackal (Canis aureus) – A climatic niche modeling approach. Ecology and Evolution 12:e9141 https://doi.org/10.1002/ece3.9141